In der Ferne

Ein halbes Jahr in Indien. Hier schreiben wir unsere Erlebnisse nieder. Fuer Euch umsonst, natuerlich.

Freitag, Dezember 30, 2005

Pondy und der Ashram


Der mit Glasscherben bewehrte Zaun, der das Park Guest House des Sri Aurobindo Ashrams von der Aussenwelt trennt, gibt ein ziemlich symboltraechtiges Bild ab.

Denn wie uns der Guide bei der Stadtrundfahrt berichtete, reflektiert es das Verhaeltnis zwischen den Ashram-Mitgliedern und den Einheimischen in Pondicherry.

Der tamilischen Bevoelkerung ist es naemlich verwehrt, die Schule des Ashrams zu besuchen, auch bei Konzerten oder der abendlichen Meditation muessen viele Einheimische draussen bleiben.

Im Sinne des Ashram-Gruenders Sri Aurobindos duerfte dieses arrogante Verhalten hoechstwahrscheinlich nicht gewesen sein. Denn bevor der Mann zum Guru wurde, zaehlte er lange Jahre zu den Speerspitzen der indischen Unabhaengigkeitsbewegung. Und die hatte sicher nicht zum Ziel, alte Klassenschranken durch neue zu ersetzen.