In der Ferne

Ein halbes Jahr in Indien. Hier schreiben wir unsere Erlebnisse nieder. Fuer Euch umsonst, natuerlich.

Montag, Dezember 12, 2005

Im Hoehenrausch

Wenn den Mumbaianern und Pune-isten mal wieder Smog und Stress zu viel werden, dann setzen sie sich in den Zug und fahren nach? Richtig, Matheran. Die Menschen dort leben seit 150 Jahren, da wurde der Ort von einem englischen Offizier entdeckt, aussschliesslich vom Tourismus. Zurecht.

Auf einem ovalen Plateau in etwa 900 Hoehenmetern zwischen den beiden Megalopoli (man korrigiere mich, falls diese Endung nicht stimmen sollte) gelegen, bietet Matheran wunderschoene Aussichtspunkte auf Felslandschaften, Bergkaemme und die umliegenden Staedte. An nebelfreien Tagen kann man sogar bis Mumbai schauen. Und das beste: Matheran ist komplett autofrei. Hoch gehts nur per pedes, hoch zu Ross oder in der handgezogenen Riksha, an der sich drei Inder abmuehen muessen.

Eine wahre Wohltat fuer Lunge und Ohren. Da verschmerzt es sich leicht, dass weder Internet noch Handynetz in Matheran vorhanden sind. Und auch im Umweltschutz sind die Matheranis weit vorn: Die Benutzung von Plastiktueten wird mit 1000 Rupies Strafe geahndet, der organische Abfall wird per Wurmkultur kompostiert, es gibt 50 Muellcontainer (!) und abends stellt man durchschnittlich zwei Stunden den Strom aus. Na gut, letzteres ist vielleicht nicht unbedingt gewollt, aber auch das spart Energie...

Die drei Tage dort habe ich mit langen Maerschen zu den ingesamt 36 Aussichtspunkten gefuellt und sehr genossen, auch wenn ich mal wieder auffiel wie ein gruener Eisbaer und allenthalben begafft, angequatscht und in Gruppenfotos gezogen wurde.. Ich glaub, vor dem dem naechsten Indien-Urlaub lass ich mir Autogrammkarten drucken…

Robin