In der Ferne

Ein halbes Jahr in Indien. Hier schreiben wir unsere Erlebnisse nieder. Fuer Euch umsonst, natuerlich.

Freitag, Dezember 30, 2005

Hampi im Wahlfieber


Hampi ist eine Stadt mit besonderer Atmosphaere und wechselvoller Vergangenheit. Von hier aus herrschte die maechtige Vijayanagar-Dynastie lange Zeit ueber ganz Suedindien. Im 15.Jahrhundert soll Hampi groesser und maechtiger als Rom gewesen sein. Dann uebernahmen sich die Herrscher ein wenig und verspielten ihr gesamtes Imperium. Hampi wurde restlos gepluendert und verkam lange Zeit zur Geisterstadt, bis es im 19. Jahrhundert als Touristenattraktion wieder entdeckt wurde. Heute gibts in Hampi jede Menge Tempel - und noch mehr Ruinen. Umrahmt wird der Ort von einer in Rot getauchten Felsenlandschaft, die aussieht, als haette ein Riese hier mit gigantischen Baukloetzen gespielt. Ein Platz, wie geschaffen zum Chillen und Verweilen.

Waehrend meines viel zu kurzen Besuchs in Hampi war uebrigens nicht Volksfest, wie mancher vielleicht angesichts der Fahnen denken mag, sondern Wahlkampf. Wie ich spaeter in Villapuram beobachten konnte, aehnelt der bei Wahlveranstaltungen uebrigens manchmal eher einer Revolution, so enthusiastisch sind die Besucher. Eigentlich auch kein Wunder, bekommt doch jeder Zuhoerer, der die Reden der Kandidaten bis zum Ende anhoert, 100 Rupien bar auf die Hand. Da das anscheinden jede Partei so zu pflegen scheint, verschafft das wahrscheinlich keinen grossen Vorteil - ist fuer das Volk aber allemal besser als lauter leere Versprechungen...

Robin