In der Ferne

Ein halbes Jahr in Indien. Hier schreiben wir unsere Erlebnisse nieder. Fuer Euch umsonst, natuerlich.

Montag, August 01, 2005

Unterkuehlt

Klimaanlagen sind toll. Es sein denn man hat den in Indien während des Monsums obligatorischen Griff zum Regenschirm vergessen und möchte nun bis auf die Knochen durchnässt ein Café oder Kino besuchen. Bei gefühlten minus vier Grad reicht auch ein Latte Macciato nicht aus um wieder Betriebstemperatur zu erreichen. Offensichtlich haben die indischen Gastronome und Kinobesitzer das Problem erkannt und auf ihre Weise gelöst: Die Musik bzw. der Ton wird einfach so laut gedreht, dass man die schlotternden Glieder schnell vergisst. Gerechterweise muss natürlich gesagt werden, dass bisher nur die „stylischen“ Cafés wie das Coffee Day - eine indische Kette, die am ehesten mit Starbucks verglichen werden kann - derart penetrant durch Temperatur und Musik auffallen. Neben diesen „gesehen und gesehen werden“-Cafés (das Coffee Day hat eine Glasfront, die Karstadtschaufenstern Konkurrenz machen würde) scheint auch die Uni auf unterkühlte Studenten zu setzen. Zumindest im PC-Lab kann vermutet werden, dass die Körpertemperatur bei längerem Sitzen vor dem Bildschirm um ein paar Grad absinkt. Ein Gutes hat die Sache aber. Verlässt man Café, Kino und Co. erwartet einen wohlige Wärme, die noch dadurch verstärkt wird, dass einem der Verstand angesichts eines bewölkten Himmels und beständigen Regens ein Klima um die 10 Grad suggeriert. So gesehen, vielleicht sind die Inder einfach schlau und helfen mit den Raumluftkühlern letztlich auch dem Monsumwetter noch das einzig Positive abzugewinnen: Immerhin ist es warmer Regen.

Maren